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Die ehemalige Brauerei, in der sich Bill Wilson mit seiner Sonntagsschule niedergelassen hat, ist von Stacheldraht umgeben und mit schweren Vorhängeschlössern gesichert. Es erinnert fast an ein Gefängnis. Doch das gehört im Schmelztiegel Amerikas, mitten in New York, zum ganz normalen Wahnsinn. Jährlich werden mehr als hunderttausend Autos nur im Stadtgebiet geklaut, die Arbeitslosigkeit ist fünfmal höher als im übrigen Land. Kriminalität und Drogenmißbrauch sind auch für Jugendliche kein Fremdwort. Elfjährige Jungen handeln mit Drogen. Junge Mädchen geraten nur zu leicht in den Strudel der Prostitution. Und das alles, um die eigenen Familien zu ernähren. Amerika leidet unter einer Krankheit mit dem Namen Zivilisation. 135.000 Kinder bringen täglich Schußwaffen in die Schule mit, Gewalt gehört zum Alltag. Das angeblich so fortschrittliche Land ist mitten in einem Prozeß: Es muß lernen, mit Schattenseiten der High-Tech-Gesellschaft umzugehen, die wir in Europa höchstens in Alpträumen begegnen.
Wenn heute um die 30 ehemalige Schulbusse jeden Sonntag im Bedford-Stuyvesant-Viertel auffahren (ein Stadtviertel, das von Taxifahrern gemieden wird), dann ist dies der Auftakt zu einem wahren Freudenfest für zwanzigtausend Kinder. Pastor Bill Wilson versteht es, mit zweihundert ehrenamtlichen Helfern eine spielerisch-unterhaltsame Sonntagsschule aufzuziehen, die den Kindern und Jugendlichen die Grundbegriffe des christlichen Glaubens vermittelt. So erhält ihr Leben neuen Sinn, und der Weg weg von Drogen und Kriminalität wird gefestigt. Der 12jährige Vincent zum Beispiel: "Mich wird nie jemand mit einem Gewehr in der Hand sehen. Ich habe den Entschluß gefaßt, Jesus nachzufolgen."
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